Wie es frueher war
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Geschichte + Wissenswertes ueber Mulis
 


Muli "Max" in den 50er Jahren an der Mulistation am Fuße des Braunecks, etwa dort wo heute die Bushaltestelle ist.

Die ALTE MULISTATION erinnert an die frühere Bedeutung von Mulis bei der Erschließung des Braunecks. Bis zum Bau der Bergbahn (1957) gab es praktisch keine Wege oder Straßen zu den bewohnten Höfen und Hütten auf dem Berg. Es existierten lediglich die "Mulisteige", die über Wegscheid oder Lenggries nach oben führten.
Fast täglich transportierten die Mulis – beispielsweise die der Brüder Reiser aus Wegscheid oder von Familie Rüger aus Lenggries sowie von Familie Obermüller von der Stie Alm - Lebensmittel und Geräte zum Brauneckhaus, zur Stie Alm, Reiser Alm, Florihütte, Kotalm oder zur Bayernhütte. Selbst Heizmaterial und Heu brachten die Tiere zu den Almen; denn bei überraschendem Schneefall musste das Almvieh mit Heu versorgt werden. Spätestens im August begann der Materialtransport für den kommenden Winter. Die Tiere wurden zentnerweise mit Kohlen, Kartoffeln, Sauerkraut, Konserven und Getränken beladen. Wichtig waren auch Zitronen und Himbeersirup, woraus die Spezialität "Skiwasser" gemixt wurde.
Beim Bau der Bergbahn waren sie als Tragetiere insofern von Bedeutung, da mit ihrer Hilfe die Transportbahn errichtet wurde. Sobald diese funktionierte, konnte die Firma Krupp die Bergbahnpläne verwirklichen.
Nach und nach wurden die Mulis überflüssig und erhielten ihr Gnadenbrot. 1960 verkaufte Familie Rüger ihr letztes Muli "Liesel"an die Tegernseer Hütte.

Wissenswertes über Mulis:

Zunächst: Was ist ein Muli bzw Maultier überhaupt?

• Ein Maultier ist das Kreuzungsprodukt von einem Eselhengst und einer Pferdestute. Ein Maulesel oder Muli entsteht bei der Kreuzung von Eselstute und Pferdehengst. Meistens werden beide Arten von Nachkommen einfach als "Mulis" bezeichnet.
• Mulis sind eine Erfindung des Menschen ("Hybride") und kommen in der Natur nicht vor. Durch die unterschiedliche Chromosomenzahl von Esel (62 Chromosomen) und Pferd (64) sind die Tiere meist unfruchtbar, weil sie nur über 63 Chromosomen verfügen. Allerdings gibt es von Mulistuten Nachweise für eine Nachzucht. Von Mulihengsten sind keine Nachkommen zu erwarten. Das Sexualverhalten ist – trotz ihrer weitgehenden Sterilität – bei Stuten und Hengsten ebenso triebhaft wie bei anderen Tieren.
•Schon bei den alten Ägyptern und Griechen galten die Maultiere als die edelsten Tiere überhaupt. Und selbst Darwin zollte dieser Züchterleistung Respekt : "Das Maultier scheint mir ein sehr erstaunliches Tier zu sein; es macht den Anschein, dass hier die Kunst die Natur übertroffen hat!"
 
Was spricht für ein Muli?
 
Die Vorzüge lauten in einfachen Worten:
• Das Maultier läuft wie ein Pferd, zieht wie ein Ochse und frisst wie ein Esel
• Dank schmaler Hufe ist es trittsicher im unwegsamen Gelände
• Seine widerstandsfähige Haut macht es weitgehend unempfindlich gegen hohe und tiefe Temperaturen
• Hunger und Durst erträgt es besser als ein Pferd
• Es erholt sich rasch von Strapazen und hat eine hohe Lebenserwartung.

>> Wenn Sie weiterblättern, sehen Sie Fotos aus früherer Zeit, als die Mulis bei der Erschließung des Braunecks und des Isarwinkels halfen.


Erstes Brauneckgipfelkreuz (wurde durch Blitzschlag
zerstört). Die Mulis werden geführt von Hans,
Sohn der Betzen - Andl aus Wegscheid (vorne)
und Besitzer Fridolin Rüger (hinten).

Wissenswertes