Wusstet Ihr schon?

Die ALTE MULISTATION erinnert an die frühere Bedeutung von Mulis bei der Erschließung des Braunecks. Bis zum Bau der Bergbahn (1957) gab es praktisch keine Wege oder Straßen zu den bewohnten Höfen und Hütten auf dem Berg. Es existierten lediglich die „Mulisteige“, die über Wegscheid oder Lenggries nach oben führten. Fast täglich transportierten die Mulis – beispielsweise die der Brüder Reiser aus Wegscheid oder von Familie Rüger aus Lenggries sowie von Familie Obermüller von der Stie Alm – Lebensmittel und Geräte zum Brauneckhaus, zur Stie Alm, Reiser Alm, Florihütte, Kotalm oder zur Bayernhütte. Selbst Heizmaterial und Heu brachten die Tiere zu den Almen; denn bei überraschendem Schneefall musste das Almvieh mit Heu versorgt werden. Spätestens im August begann der Materialtransport für den kommenden Winter. Die Tiere wurden zentnerweise mit Kohlen, Kartoffeln, Sauerkraut, Konserven und Getränken beladen. Wichtig waren auch Zitronen und Himbeersirup, woraus die Spezialität „Skiwasser“ gemixt wurde. Beim Bau der Bergbahn waren sie als Tragetiere insofern von Bedeutung, da mit ihrer Hilfe die Transportbahn errichtet wurde. Sobald diese funktionierte, konnte die Firma Krupp die Bergbahnpläne verwirklichen. Nach und nach wurden die Mulis überflüssig und erhielten ihr Gnadenbrot. 1960 verkaufte Familie Rüger ihr letztes Muli „Liesel“an die Tegernseer Hütte.